Während die Gipfel noch schneeweiß sind, bedeckt ein zart-rosa Teppich den Talgrund. Dieses Naturschauspiel wiederholt sich Jahr für Jahr zur Apfelblüte in Südtirol. Besonders früh blühen die Obstbäume rund um die Kurstadt Meran und das Gartendorf Algund. Oft schon Ende März verwandeln Mandel- und Kirschbäume das Meraner Land in ein einziges Blütenmeer, im April folgen die Äpfel. Verantwortlich dafür ist das submediterrane Mikroklima, das hier aufgrund der geschützten geographischen Lage herrscht: Die Texelgruppe mit ihren Dreitausendern schirmt das Meraner Becken vor kalten Winden gegen Norden und Nordwesten ab, von Süden kann die warme Luft vom Mittelmeer ungehindert einströmen. Das schätzen auch wintermüde Urlauber, die mit der Apfelblüte in Südtirol das Frühjahr begrüßen.

Apfel: Strudel oder Peeling Das Meraner Land wird auch Obstgarten Südtirols genannt. Die Algunder Obstgenossenschaft beispielsweise hat 227 Mitglieder und erwirtschaftet rund 22.000 Tonnen Obst im Jahr. In ganz Südtirol kümmern sich – laut Südtiroler Apfelkonsortium – 8.000 Obstbauern auf einer Fläche von rund 18.400 Hektar um den Anbau und ernten rund 950.000 Tonnen Äpfel, was zwölf Prozent der europäischen und 50 Prozent der italienischen Apfelernte entspricht. Kein Wunder, dass der Apfel ein fester Bestandteil der raffinierten Südtiroler Küche ist. Im Meraner Land und somit auch in den Algunder Gastronomiebetrieben können Feinschmecker die ganze Bandbreite an Apfelspezialitäten kosten – vom Most über Brot und Strudel bis zum Knödel. Die wertvollen Inhaltstoffe haben dem Apfel jedoch noch eine zweite Karriere beschert: Inzwischen kommt er auch als Anti-Aging-Produkt bei Wohlfühlbädern, Peelings und Massagen zum Einsatz. Wer das Südtiroler Naturprodukt am eigene Leib erfahren möchte, besucht am besten die Wellnessabteilung der Therme Meran. Die moderne Therme liegt im Stadtzentrum der Kurstadt Meran und bietet auf 7.500 Quadratmetern Wasserspaß, Wärme und Wohlbefinden.

Mit dem Rad durch blühende Apfelhaine

Die milden Temperaturen und rund 300 Sonnentage im Jahr sorgen dafür, dass die Bewegung an der frischen Luft zu jeder Jahreszeit Spaß macht. Zur Zeit der Apfelblüte in Südtirol sind Radtouren durch die Obstgärten oder ein besonderer Genuss. In Algund etwa startet eine mittelschwere Mountainbiketour – Augenschmaus inklusive. Zunächst geht es über den Vinschgauer Fahrradweg nach Rabland und durch blühende Apfelhaine weiter nach Partschins. Von dort geht es auf dem schmalen Partschinser Waalweg Richtung Oberplars mit seiner kleinen Sankt-Ulrich-Kirche und dem Schloss und über den Meraner Ortsteil Gratsch zurück nach Algund.
Eckdaten der Tour:
  • Startpunkt: Algund Mühlbach
  • Fahrtzeit: ca. 2 bis 3 Stunden (je nach Kondition) 
  • Streckenlänge: ca. 18,5 km - Höhenunterschied: 540 hm 
  • Schwierigkeit: mittel 
  • Fahrbahnbelag: Asphalt, kurzer Abschnitt nicht asphaltiert (z.T. Schiebestrecke)
Aber nicht nur Mountainbiker, sondern auch Genussradler kommen rund um Algund auf ihre Kosten. Wer es ganz gemütlich angehen will, kann sich auch ein E-Bike ausleihen.

Sinnlich: Wandern während der Apfelblüte in Südtirol

Auch Spaziergänge und Wanderungen erhalten während der Apfelblüte in Südtirol eine besonders sinnliche Note. Der Algunder Waalweg etwa führt die Wanderer durch duftende Obstgärten und bietet weite Panoramablicke auf das blühende Tal und die schneebedeckten Berge. Der flach, entlang einem plätschernden Wasserlauf verlaufende Weg mündet nach sechs Kilometern in die berühmte Tappeinerpromenade oberhalb Merans. Dort gedeihen dank der günstigen klimatischen Verhältnisse neben alpinen Pflanzen auch exotische Gewächse wie Palmen, Zypressen und Ölbäume. Während der Apfelblüte können Gäste aber auch an geführten Spaziergängen durch die Algunder Obstwiesen teilnehmen. In Begleitung von heimischen Obstbauern geht es über den Apfellehrpfad, der Wissenswertes rund um den Apfel vermittelt.

Algund: nicht nur zur Apfelblüte in Südtirol ein Genuss

Ein Besuch in Algund, das auch über eine gute Weinlage verfügt, lohnt sich aber nicht nur zur Apfelblüte in Südtirol. Wenn im Herbst Obst und Trauben geerntet werden, steht der kulinarische Genuss im Vordergrund. In Gasthäusern und Weinschenken trifft man sich im Herbst zum traditionellen Törggelen. Dabei kommen süßer Most und junger Wein sowie herzhafte Südtiroler Schmankerl auf den Tisch. Dazu gehören Schlachtplatten mit Sauerkraut, Knödel, Speck und geröstete Kastanien sowie süße Krapfen. Das gesellige Zusammensein geht auf einen alten Brauch bei den Weinbauern nach der Ernte zurück. Der Begriff Törggelen leitet sich vom lateinischen torculus (Weinpresse, Kelter) ab. Torggl heißt der Ort, wo die Trauben gepresst werden.