Wenn der Winter die Alpennordseite noch fest im Griff hat, zeigen sich in Südtirol oft schon die ersten Blüten. Vor allem das Klima rund um Meran ist so mild, dass hier die Obstbäume oft schon im März blühen und exotische Pflanzen das ganze Jahr über gedeihen. Grund für das ausgeglichene, submediterrane Klima in Meran und seinem Nachbarort Algund ist die günstige geographische Lage: Die Texelgruppe mit ihren bis zu 3.300 Meter hohen Gipfeln schirmt den Talkessel wie eine Mauer vor Niederschlägen und kalten Winden aus dem Norden ab. Von Süden her dagegen kann warme Luft ungehindert einströmen. Mit angeblich mehr als 300 Sonnentagen im Jahr ist die Bezeichnung „Südbalkon der Alpen“ hier wirklich angebracht.

Obstblüten statt Eisblumen

Im milden Klima von Meran können Urlauber, die den langen Winter satt haben, aufatmen und neue Energie tanken. Oft schon Ende März, wenn man anderswo noch die Eisblumen wegkratzt, verwandelt sich das Gartendorf Algund mit seinen Weinhängen und Obstgärten in einen weißen bis zart-rosa Teppich und begeistert Besucher aus nah und fern. Zunächst blühen Mandel- und Kirschbäume, dann die Äpfel. Im Herbst hat die Algunder Obstgenossenschaft mit ihren 227 Mitgliedern stets rund 22.000 Tonnen Obst erwirtschaftet. Algund, das eine Traube in seinem Ortswappen hat, ist zudem eines der ältesten Weinanbaugebiete Südtirols. Kein Wunder, dass hier die Kulinarik eine große Rolle spielt. Die Algunder Gastronomiebetriebe bieten ein großes Angebot an heimischen Spezialitäten aus Küche und Keller.

Das milde Klima in Meran hat Tradition

Gerade auch Aktivurlauber schätzen das Klima rund um Meran. Aufgrund der milden Temperaturen macht die Bewegung in der Natur ganz früh im Jahr und im Spätherbst gleichermaßen Spaß. Mediterrane Gewächse wie Palmen, Pinien, Agaven und Ölbäume flankieren Spazierwege rund um Algund sowie die berühmte Tappeinerpromenade oberhalb von Meran. Schon Kaiserin Sissi flanierte unter duftenden Magnolien- und Eukalyptusbäumen, die der Arzt und Botaniker Dr. Franz Tappeiner pflanzen ließ. Die österreichische Monarchin gehört zu den berühmtesten Kurgästen, die sich im wohltuenden Klima in Meran erholten. Schon Kaiser Karl V. legte im Jahr 1522 hier einen längeren Halt auf seinem Weg Richtung Süden ein. Ihm folgten über die Jahrhunderte viele Adlige und Künstler, Reiche und Schöne und machten Meran bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs zu einem der beliebtesten Kurorte südlich der Alpen. Noch heute zeugen Gebäude wie das Kurhaus und die vielen prunkvollen Villen von dieser Blütezeit. Der Schriftsteller Stefan Zweig schwärmte: „Norden und Süden, Stadt und Land, Deutschland und Italien, alle diese Kontraste gleiten sanft ineinander.“

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Vom Gartendorf in die Gartenwelten

Das Gartendorf Algund ist ein idealer Ausgangspunkt – nicht nur für Genusswanderungen und Hochgebirgstouren zwischen 300 und 3.000 Höhenmetern. Außerdem liegen zahlreiche Sehenswürdigkeiten nur einen Katzensprung entfernt. Eines der beliebtesten Ausflugsziele in Südtirol sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Dort bezog Kaiserin Sissi ihr Quartier, als sie 1870 zu einem von vier Kuraufenthalten anreiste. Die Tatsache, dass ihre kränkelnde Tochter Valerie im günstigen Klima von Meran zu Kräften kam, brachte der Kurstadt Weltruhm ein. Heute beherbergt das Schloss das Erlebnismuseum Touriseum. Es liegt inmitten einer 12 Hektar großen, botanischen Gartenwelt mit über 80 Natur- und Kulturlandschaften. Welche Vielfalt an exotische Pflanzen sich hier wohlfühlt, beweisen eindrucksvoll die Sonnengärten am Südhang: Neben Kork- und Steineichen gedeihen hier auch Kakteen, Aloen und Agaven, diverse Zitrusarten sowie Granatapfel-, Maulbeer- und Feigenbäume. Außerdem können Besucher durch den nördlichsten Olivenhain Italiens schlendern. Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff haben in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise erhalten.

Wenn das milde Klima von Meran Pause macht

Algund ist ein ganzjähriges Urlaubsziel. Die Waalwege, die auf halber Hanghöhe zum gemütlichen Spazierengehen entlang kleiner Wasserläufe einladen, sind fast das ganze Jahr begehbar. Wenn tatsächlich die Sonne einmal nicht scheinen sollte beziehungsweise das milde Klima von Meran Pause macht und nicht zum Draußensein einlädt, sind es nur zwei Kilometer bis zur Therme Meran. Die vom Südtiroler Stararchitekten Matteo Thun entworfene und 2005 eröffnete Anlage liegt mitten im Stadtzentrum. Die moderne Wellnessoase mit 25 Pools, acht Saunen, Fitness- und Medical Center, Park und Hotel führt die Bäder- und Thermentradition Merans stilvoll in die Zukunft. Bei den wohltuenden Körperbehandlungen kommen heimische Heilmittel wie Apfel- und Traubenprodukte, Latschenkieferöl, Bergwiesenheu und Ziegenbutter zur Anwendung.